Noema
Der Film konfrontiert uns erstens mit einer Protagonistin (der 93-jährigen bildenden Künstlerin Tatjana Gamerith), deren fortschreitende Erblindung sie keineswegs am Malen hindert, und er tut dies zweitens auf eine Art und Weise, die das technisch vermittelte und notwendig distanzierte Sehen der Kamera mit den synästhetischen Qualitäten bewusster körperlicher Wahrnehmung verkoppelt. Das Resultat ist eine gut halbstündige Reflexion über die Wahrnehmung, das Sehen und die Möglichkeiten der Darstellung des Gesehenen, in deren Verlauf greifbar wird, dass das gemalten wie bewegten Bildern zugrundeliegende Wahrnehmungssystem nicht nur auf visuellen, sondern ebenso auf haptischen Prinzipien aufbaut.
Tatjana Gamerith





